Köln, 21. Juli
Liebe Leserinnen und Leser,
wenige Tage vor den Deutschen Meisterschaften steht die nationale Leichtathletik aufgrund einer anderen Thematik unter besonderer Beobachtung. Ausgerechnet einem der Besten dieses Sommers wird von der NADA vorgeworfen, eine Dopingprobe verweigert zu haben. Die Rede ist von Owen Ansah. Der Sprinter wurde vor seinem Abflug zum Diamond-League-Meeting in Monaco von einem Kontrolleur „überrascht“. Aufgrund von Zeitstress und der körperlich bedingten fehlenden Möglichkeit, unmittelbar eine Dopingprobe abzugeben, fand kein Test statt. Eine spätere Abnahme am Flughafen sei nicht möglich gewesen. Gleichermaßen seien ihm keine Konsequenzen aufgezeigt worden – der Umstand sei in dem Moment akzeptiert worden. So schildert es Ansah selbst. Die NADA hingegen spricht im Nachgang von einer Verweigerung. Natürlich ist das Dopingthema in der Leichtathletik durchaus eine große Nummer, doch in diesem Fall spricht erst einmal vieles dafür, dass Owen Ansah in seiner Stellungnahme die Wahrheit geschildert hat. Wenngleich man auch sagen muss, dass er in der Situation möglicherweise klüger hätte reagieren müssen. Es gab in der Vergangenheit schon so manche ähnliche Fälle, die teils jahrelange Sperren nach sich gezogen haben. Entscheidend sein wird die Beurteilung des Ablaufs der Kontrolle. Letztlich bleibt zu hoffen, dass die Fragen schnell geklärt werden – auch mit Blick auf die Europameisterschaften. Zunächst aber stehen nun die nationalen Titelkämpfe in Bochum-Wattenscheid an. Mit Owen Ansah. Doch er ist bei Weitem nicht der Einzige, der unter Beobachtung steht. Vor allem über die Mittel- und Langstreckendistanzen wird es spannend zu sehen sein, wie sich etwa Frederik Ruppert, Florian Bremm, Mohamed Abdilaahi und Robert Farken schlagen. Auch Weitsprung-Ass Malaika Mihambo hat sich zuletzt rechtzeitig für die heiße Saisonphase leistungstechnisch zurückgemeldet. Zudem freue ich persönlich mich darauf, Julian Weber nach seinem Comeback wieder dabei zuzuschauen, wie er seinen Speer durch die Lüfte katapultiert. Und natürlich leben so manche Disziplinen auch in diesem Jahr von engen Duellen – teils sind sogar Drei- oder Vierkämpfe um die Meriten zu erwarten. Kurzum: Endlich DM! Danach EM-Nominierung, dann Birmingham.

Alexander Dierke










