Author : redaktion

Athletics - Olympics: Day 11

Keine Überraschung

Köln, 5. Januar,

Liebe Leserinnen und Leser,
ich hoffe, Sie alle sind gut und vor allem gesund ins neue Jahr gestartet! Die meisten von Ihnen haben wohl schon damit gerechnet, dass Malaika Mihambo und Johannes Vetter die Wahl der Leicht- athleten des Jahres gewinnen. Völlig verdient, darüber müssen wir nicht diskutieren. Nach ihrer Goldmedaille für Deutschland war die Kurpfälzerin mal wieder absolute Topfavoritin. Auch Johannes Vetter wurde von Ihnen nicht für sein vorzeitiges Olympia-Aus bestraft, sondern für seine herausragende Saison geehrt. Spannend ist aber auch, was sich auf den Plätzen dahinter abspielte. Völlig verdient landete Jonathan Hilbert auf Rang zwei der Wertung von insgesamt rund 30.000 abgegebenen Stimmen. Aufgrund seiner Silbermedaille selbstver- ständlich naheliegend, doch als Geher hat man es nicht immer leicht, sich gegen vermeintlich populärere Sportarten durchzusetzen. Umso schöner, dass die Leichtathletik-Fans diese Leistung zwei- felsohne anerkannt und Hilbert dafür ausgezeichnet haben. Hoffen wir, dass die Preisträgerinnen und Preisträger wie gewohnt im Rahmen der Deutschen Hallenmeisterschaften geehrt werden können. Hoffen wir außerdem, dass wir eine Saison ohne Ausfälle und Absagen erleben. Möglichkeiten, sich schon jetzt als Leichtathletin oder Leichtathlet des Jahres 2022 zu empfehlen, gibt es mit der Heim-EM in München und der WM in Eugene ja genug. Vielleicht ja auch für die Nachwuchsgewinner Sarah Vogel und Oliver Koletzko. Dann allerdings nicht mehr bei der Jugend, sondern im Aktivenbereich. Auch dort haben beide gute Chancen, sich auf Dauer etablieren zu können. Meint,

Jonas Giesenhagen

Leichtathletik ohne Rio

Zeit für ein „Danke“

Köln, 14. Dezember

Liebe Leserinnen und Leser,

in Ihren Händen halten Sie die letzte Ausgabe des Jahres. Eines Jahres, in dem wir wieder viel über Sport berichten durften – deutlich mehr als im Vorjahr. Und ich kann verraten: Das ist gar nicht immer so leicht. Denn wir wollen nicht das schreiben, was andere schreiben. Was jeder schreibt in der recht kleinen Welt der Leichtathletik, in der wir uns unseren Nischenplatz gesucht haben. Über mittlerweile schon viele Jahrzehnte.

Mit verschiedenen Vorzeichen. In unterschiedlichen Zeiten. Aber noch keiner wie dieser. Denke ich zurück an die Anfänge der Corona-Krise, dann denke ich an lange Themenkonferenzen. Oft waren unsere Blätter leer. Keine Wettkämpfe, keine sich aufdrängenden Ereignisse. Es brauchte schon ein paar Tage, um Ideen zu entwickeln, um abseits der Wettkampfberichterstattung die spannenden Geschichten zu finden. Es dauerte nicht lange. Tür um Tür tat sich auf und wir traten hinein. Wohl nie zuvor führte ich so viele Interviews, sprach mit so vielen Menschen im Hintergrund, wie zu Beginn der Pandemie. Nur, um ihre Geschichte zu erzählen. Journalismus in seiner klassischen Form. Und nach einigen Wochen habe ich mich gefragt, wo wir all die schönen Hintergrundstories unterbringen, wenn plötzlich wieder Sport stattfindet. Nun läuft beides, wir bemühen uns, dafür angemessene Bühnen zu finden.

Bei Ihnen möchte ich mich bedanken. Dafür, dass Sie dabei geblieben sind. In der Krise, und in ganz vielen Fällen auch schon lange, lange davor. Wir werden immer unser bestes für Sie geben. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und schon jetzt einen guten Übergang in 2022!

Jonas Giesenhagen

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Stimmen Sie ab!

Köln, 1. Dezember

Liebe Leserinnen und Leser,
zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Sie die Möglichkeit, Ihre Stimme bei einer wichtigen Wahl abzugeben. Nachdem Sie im September Ihr Kreuz bestimmt an der richtigen Stelle gesetzt haben, sind Sie jetzt erneut gefragt! In diesem Jahr stehen 50 Nominierte in sechs Kategorien zur Wahl, wenn es um den Titel „Leichtathlet des Jahres“ geht. Jeweils zehn Aktive bei den Frauen und Männern, ebenso bei den Junioren, sowie jeweils fünf weibliche und männliche Senioren schicken wir ins Rennen. Die Wahl ist dabei sicher nicht leicht. Natürlich ist es naheliegend, einer Malaika Mihambo, die in Tokio das einzige deutsche Leichtathletikgold geholt hat, Ihre Stimme zu geben, aber auch ihre Konkurrentinnen haben in diesem Jahr stark performt. Natürlich habe auch ich meine Favoriten und werde in allen Kategorien meine Stimme abgeben. Leicht fällt mir die Wahl aber nicht, denn viele der Athletinnen und Athleten haben sie verdient. Wenn Sie abstimmen, können Sie auch tolle Preise gewinnen, darunter als Hauptpreis ein komplettes Trainingsoutfit von Nike im Gesamtwert von 300 Euro. Vor allem war uns aber wichtig, auch den Junioren und Senioren eine große Bühne einzuräumen und sie in die Wahl mit aufzunehmen. Starke Leistungen haben das Jahr geprägt, auch wenn wir uns gerade bei den Olympischen Spielen schon etwas mehr erhofft hatten. Dies sollte für Ihre Wahl aber nicht ausschlaggebend sein. Die Auszeichnung wird dann im Rahmen der Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund stattfinden – sofern die Pandemielage dies zulässt.
Bleiben Sie gesund! Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit!

Jonas Giesenhagen

SPITZENLEICHTATHLETIK LUZERN Alexandra Burghardt (Deutschland, GER, 382) bei Spitzenleichtathletik Luzern in Luzern, am

Es geht noch schneller!

Köln, 16. November,

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe beginnen wir mit unserem Jahresrückblick auf die Olympia-Saison. Vor allem im Sprint wurde diese von internationalen Glanzleistungen ge- krönt. Aber auch die deutschen Sportlerinnen und Sportler müssen sich nicht verstecken. Die meisten sind in oder auf dem Weg zur besten Form ihres Lebens, da steht uns also noch einiges bevor. Allerdings wird auch weltweit das Niveau immer stärker. Gerade bei den Frauen gab es 2021 zwei unheimlich starke Zeiten von den Jamaikanerinnen Elaine Thompson-Herah und Shelly-Ann Fraser-Pryce. Da konnte Alexandra Burghardt mit 11,01 Sekunden noch nicht mithalten. Dennoch gibt es im deutschen Sprint Grund zur Freude und zur Hoffnung auf und für die kommenden Jahre. Das liegt vor allem an der Jugend und dem Potenzial für die nächsten Jahre. Das Spannende daran ist, dass kaum zu erahnen ist, welche Athletin und welcher Athlet hierzulande die Nase vorn haben wird. Vielleicht kommt die Heim-EM 2022 noch ein wenig früh, um schon über Medaillen nachzudenken. Auch europaweit steht Deutschland nämlich noch hinten an, holt aber auf. Auch auf der Mittel- und der Langstrecke dank einer flexiblen Hanna Klein, die sich in einer herausragenden Form befindet. Hier ist der Abstand zur Weltspitze allerdings (nicht nur aufgrund der ohnehin längeren Distanz) noch größer. Diese Lücke werden deutsche Athletinnen und Athleten wohl in den kommenden Jahren auch nicht schließen können. Die Hoffnungen ruhen aber natürlich auf Konstanze Klosterhalfen, deren gesamtes Leistungsvermögen sich nach einer schwierigen Saison nur erahnen lässt. Man darf gespannt sein.

Jonas Giesenhagen

Deutsche Meisterschaft 10km Strasse; Uelzen, 31.10.2021 Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tuebingen) gewinnt die 10km der Frau

Hanna hat’s drauf!

Köln, 03. November

Liebe Leserinnen und Leser,

es kommt an dieser Stelle selten vor, dass ich im Editorial eine bestimmte Sportlerin herausgreife, um die Leistung zu würdigen. Doch Hanna Klein hat sich dies nach ihrer Leistung über 10k in Uelzen redlich verdient. Die Tübingerin hat ihr Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Leichtathletik nämlich auf einer Distanz untermauert, auf der es ihr nicht viele zugetraut hätten. Über 1.500, 3.000 und 5.000 Meter hat Klein schon oft bewiesen, dass sie hinten raus den besten Kick hat und sich auf den letzten Metern von ihren Konkurrentinnen absetzen kann. Über 10k war dies so nicht zu erwarten. Doch Klein ließ auch die Spezialistinnen hinter sich. Ein richtig guter Auftritt, der für die Zukunft womöglich noch viele Türen öffnet. Durchaus denkbar, dass wir die 28-Jährige in Zukunft also häufiger auf längeren Distanzen sehen. Doch lassen Sie uns bei diesem einzigartigen Kick bleiben, der ihr im Finish stets den Sieg beschert. Denn genau hier liegt das Problem so vieler deutscher Athletinnen und Athleten: Während die Luft hinten raus eher dünn wird und die internationale Konkurrenz noch mal richtig anzieht, geht vielen deutschen Sportlern genau in diesem Moment die Puste aus. Klein ist da das erfrischende Gegenteil. Wenn man dann noch bedenkt, dass sie sich in Uelzen „auf den ersten fünf Kilometern nicht so wohl gefühlt hat“, lässt dies erahnen, welche Kräfte noch in ihr schlummern!

Jonas Giesenhagen

Marathon Valencia

Rekordsonntag begeistert

Köln, 27. Oktober,

Liebe Leserinnen und Leser,

einen solch begeisternden Sonntag haben wir in Sachen Straßenlauf schon lange nicht mehr erlebt! Amanal Petros knackt den 28 Jahre alten deutschen Rekord im Halbmarathon in Valencia, die Äthiopierin Letesenbet Gidey unterbietet in der spanischen Hafenstadt den Frauen-Weltrekord über die halbe Marathondistanz und ein paar Hundert Kilometer nordöst- lich läuft Bashir Abdi völlig entfesselt in Rotterdam Europarekord über die 42,195 Kilometer. Drei neue Bestzeiten auf der Langstrecke an nur einem Tag – so etwas gibt es wirklich ganz selten. In Vergessenheit sollte dabei aus nationaler Sicht nicht geraten, dass besonders in Rotterdam Johannes Motschmann, Nic Ihlow bei seinem Marathon-Debüt, Frank Schauer und Jochen Uhrig hervorragende Leistungen boten. Weiter so! Apropos hervorragende Leistungen: Mit Sandra Morchner haben wir für diese Ausgabe eine Athletin interviewt, die für immer mehr Aufsehen in der Laufszene sorgt. Beim Halbmarathon in Hamburg steigerte sie sensationell den deutschen W50-Rekord um fünf Minuten, wird zweitbeste deutsche Läuferin und schrammt denkbar knapp am Weltrekord vorbei – nur in der Bruttozeit, wohlgemerkt. Bedenkt man, dass die 50-Jährige erst seit knapp zehn Jahren im Laufsport mitmischt, wirkt all das umso beeindru- ckender. Mit ihren Leistungen beweist die Sylterin eindrucksvoll, dass Alter nur eine Zahl ist. Wir haben sie gefragt, wie sie sich fit hält. Außerdem gibt sie ganz persönliche Einblicke zum Tod ihres Mentors Winfried Aufenanger, der kürzlich im Alter von 74 Jahren verstarb. Dabei wird klar: Morchners mentale Stärke ist ein entscheidender Faktor für ihre Erfolgsgeschichte. Eine echte Powerfrau!

Peter Stroß

Team GB - Rio 2016 Sailors Announcement

Anregung zur Diskussion

Köln, 20. Oktober

Liebe Leserinnen und Leser,

heutzutage geht alles so schnell. Sportlerinnen und Sportler werden hochgejubelt nach einer guten Leistung und geraten in Vergessenheit, wenn es mal über einen längeren Zeitraum nicht ganz ideal läuft. Ebenfalls in Vergessenheit geraten ist offenbar das deutsche Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Tokio mit drei Medaillen. Dabei geht es nicht darum zu kritisieren, Schuldige zu suchen oder negativ über unseren geliebten Sport zu urteilen, sondern darum, den Status Quo zu betrachten. Das habe ich im Nachgang der Spiele vermisst. Kaum kritische Worte, aber vor allem kaum ein Hinterfragen der Situation. Einzig Ex-Bundestrainer Jürgen Mallow kam in der FAZ (einem der wenigen Medien, in der die Leichtathletik auch mal kritisch hinterfragt wird) zu Wort. Nach seinem unrühmlichen Abgang beim DLV vor einigen Jahren ist er jedoch der falsche Mann für die (teils sicher angebrachte) Kritik.

Das Potenzialanalysesystem (PotAS) hat sich nun ebenfalls kritisch mit dem Sport auseinandergesetzt und das Pferd von der anderen Seite aufgezäumt. Betrachtet man nicht den Status Quo, sondern die Möglichkeiten, so sind dem DLV Tür und Tor geöffnet. Glaube ich daran, dass Deutschland in der Leichtathletik bei den nächsten Olympischen Spielen mehr Medaillen holt? Definitiv. Aber wie? Die Ergebnisse von PotAS und die Einschätzungen von Mallow gehen soweit auseinander, dass wir uns unten Branchenkennern umgehört haben. Der Tenor: Eher Mallow als PotAS. Doch wie sieht das der DLV-Generalvorsitzende Idriss Gonschinska? Auch ihn haben wir dazu befragt und interessante, ehrliche Antworten bekommen. Mit dieser Ausgabe wollen wir die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen besser einordnen und zur Diskussion anregen. Mit dem Ziel, dass wir, wie von PotAS vorhergesagt, vor einer goldenen Leichtathletik-Zukunft stehen.

Jonas Giesenhagen

US-MARATHON-CHICAGO-athletics

Endlich wieder Marathon

Köln, 12. Oktober,

Liebe Leserinnen und Leser, endlich genießt der Marathon seinen verdienten Stellenwert! Die Saison in den Stadien ist gänzlich vorbei, und häufig ging es in den letzten Jahren unter, dass es danach auf den Straßen dieser Welt erst so richtig losging. Jetzt ist es die Sehnsucht der letzten Monate, die genau solche Bilder mehr und mehr in die Medien treibt. Über 10.000 Menschen in Berlin und München – das war lange nicht möglich. Und seien wir doch ehrlich: So wichtig die reinen Elite-Rennen für die Stars der Branche auch waren, so sehr fehlte der Marathon als Massenspektakel. Mit gemischten Feldern aus Frauen und Männern, vor allem aber bestehend aus Top-Läufern, die zeitgleich mit den Hobbysportlern starten.

Noch gibt es jede Menge Möglichkeiten, um die Läuferinnen und Läufer live zu erleben oder sogar selbst mit dabei zu sein und an den Start zu gehen. Auch viele prominente Namen sind unter den Startern zu finden. Unter anderem Hanna Klein und Alina Reh. Für beide ist die Saison längst nicht beendet. Stattdessen läuft die Vorbereitung auf die 10k in Uelzen am 31.10. Wir sind natürlich dabei. Wie auch beim Halbmarathon in Hamburg am kommenden Wochenende. Und dabei bemerken wir, wie sehr wir solche Veranstaltungen in der Corona-Pandemie vermisst haben. Das sollte in den kommenden Jahren nicht in Vergessenheit geraten, denn die Saison der Leichtathletik endet nicht mit der Saison in den Stadien. Deutsche Meisterschaften im Halbmarathon, über 10k und im Cross-Lauf.

Freuen wir uns drauf!

Jonas Giesenhagen

Konstanze KLOSTERHALFEN (Deutschland/ 8.Platz) erschoepft im Ziel. Leichtathletik, Finale 10000m der Frauen, Women s 10,

Wohin des Weges?

Köln, 5. Oktober,

Liebe Leserinnen und Leser, vielleicht haben Sie auch die Ergebnisse der Potenzialanalyse (Potas) gelesen. Seit Jahren umstritten und dennoch ein wichtiger Faktor für die Verbände, um Argumente auf ihren Seiten zu haben und so letztendlich mehr Geld zu aquirieren. Der Leichtathletik und insbesondere dem Deutschen Leichathletik-Verband wird dabei von den Experten eine besonders rosige Zukunft vorausgesagt. Wie passt dies zusammen mit der Kritik des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Mallow, die vor einigen Tagen bei den Kolleginnen und Kollegen der FAZ zu lesen war?

Ein Rückblick: Der DLV holte Mallow nach dem schwachen Abscheiden bei den Olympischen Spielen 2004 als Retter. Er sollte Deutschland 2008 zu einer besseren Medaillenausbeute führen, doch das misslang. Hegt Mallow nach dem wenig versöhnlichen Ende mit dem DLV greul gegen den Verband? Gut möglich. Sind seine Aussagen deswegen falsch? Nicht unbedingt. Der Gegensatz zwischen den Potas-Prognosen und der Gegenwart werden ja schon allein beim Blick zurück nach Tokio deutlich. Drei deutsche Medaillen in der Leichathletik – und in ein paar Jahren soll es dann plötzlich vor Edelmetall nur so glänzen?

Klingt aktuell kaum vorstellbar, ist aber nicht unmöglich. Ein Aufschwung muss endlich her. Den kreiert der DLV auch, indem er Athletinnen und Athleten wie Malaika Mihambo und Johannes Vetter zu Marken macht, ihre Vorbildrolle von der Jugend anerkannt wird. Es ist viel zu tun, und es muss noch viel passieren – egal, wie positiv die Aussichten laut Potas aussehen. Meint,

Jonas Giesenhagen

Jubel Pamela DUTKIEWICZ Deutschland 3 Platz Ehrenrunde mit Fahne Finale 100m Huerden der Frauen

Danke, Pamela!

Köln, 28. September,

Liebe Leserinnen und Leser,

an Menschen scheiden sich die Geister. Das beste Beispiel dafür haben wir am vergan-genen Sonntag gesehen. Viele sprachen sich für Olaf Scholz aus, wiederum andere wollten Armin Laschet (nicht). Gut, dass es mit unseren Sportpersönlichkeiten anders ist.

Vor Kurzem hat Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz-Emmerich ihr Karriereende bekanntgegeben und wurde daraufhin mit freundlichen Bekundungen geradezu überschüttet. Und das zu recht. Hinter der Sportlerin steckt nämlich ein ganz toller Mensch, der stets über den Tellerrand hinausgeschaut und seine Werte auch außerhalb der Leichtathletik vertreten hat. Als frühere Kolumnistin unseres Magazins hat Dutkiewicz-Emmerich schon immer bewiesen, dass ihr keineswegs der Weitblick fehlt – eine sehr ehrliche Sportlerin, die auch hart mit sich selbst ins Gericht gegangen ist und sich dabei für Kritik nicht zu schade war.

Schade ist dagegen das „frühe“ Karriereende mit nur 29 Jahren. Aber auch verständlich. Leider war der Weg in den letzten Monaten mit Verletzungen gepflastert, ein Anknüpfen an die ganz starken Zeiten wie 2017 schien nicht mehr ohne Weiteres möglich. Natürlich wollten wir zum Abschied der Karriere unbedingt noch mit Frau Dutkiewicz-Emmerich sprechen. Lesen Sie auf den Seiten 4 und 5, was Pamela meiner Kollegin Kerstin Börß, die sie bereits seit Jahren kennt, zu sagen hatte. Dieses Mal verabschiede ich mich nicht nur von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, son- dern auch von dir, Pamela. Danke für tolle Momente und auf viel #Pämbäm in der Zukunft abseits der Bahn!

Jonas Giesenhagen