Author : redaktion

Zwiespalt

Köln, 23. Februar

Liebe Leserinnen und Leser, wie haben Sie sich am Wochenende gefühlt? Vielleicht haben Sie den Live-Stream der Deutschen Hallenmeisterschaften verfolgt, vor Ort waren Sie ja dieses Mal nicht. Der Stream war wirklich gut. Mit Kommentar, aus verschiedenen Kamera­perspektiven – das gibt es sonst nicht bei einer DM in diesem Umfang. Und doch blieb immer der bittere Beigeschmack, dass dies allein der Situation geschuldet ist. Lieber würde ich auf einen umfangreichen Stream verzichten, wenn ich dafür in einer vollen Halle sitzen kann.

Knappe acht Millionen Euro hat die Stadt Dortmund investiert, damit die Helmut-Körnig-Halle international wettkampf­tauglich ist. 4.500 Zuschauer wären gerne dabei gewesen, ging aber nicht. Ich befand mich am Wochenende in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite eine Hallen-DM mit teils wirklich starken Leistungen, auf der anderen Seite eine leere Arena und eine merkwürdige Stimmung, die über dem Ganzen schwebt. Auch die Athleten erleben diesen Zwiespalt. Zwar steht über allem die Freude und Dankbarkeit, den Beruf ausüben zu können und Wettkampf-Möglichkeiten zu erhalten – aber unter diesen Bedingungen? Bei einer Hallen-DM auf dem Weg zu den Olympischen Spielen mag das noch vertretbar sein, aber ein ähnliches Bild bei Olympia?

Ich kann mir das nicht vorstellen, und die meisten Sportler*innen, mit denen ich gesprochen habe, übrigens auch nicht. Olympisches Edelmetall heimlich, still und leise in den Katakomben abzuholen, statt es mit den Zuschauern zu feiern? Das kann nicht das Ziel sein. Meint

Jonas Giesenhagen

07.02.2021, Leichtathletik, PSD Bank indoor Meeting Dortmund 2021, Helmut Körnig Halle Dortmund 1500m, Katharina Trost,

Kein Einfluss

Köln, 16. Februar

Liebe Leserinnen und Leser, in vielerlei Hinsicht sind wir in Sachen Corona-Pandemie nicht viel schlauer geworden. Etwa ein Jahr ist es nun her, als ich hier zum ersten Mal darüber schrieb. Damals war das Virus zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Deutschland angekommen, wir ahnten nicht, was uns bevorsteht. Was dann folgte, war Ungewissheit. Diese besteht bis heute noch. Worauf ich jedoch eigentlich hinaus will, ist der sportliche Aspekt während dieser Pandemie. Bestimmt erinnern Sie sich auch noch an die vielen Interviews in dieser Zeitschrift, in denen Athletinnen und Athleten davon berichteten, wie sie auf Feldwegen oder im heimischen Garten trainieren. Es ging die Angst mit einher, die Leichtathletik könnte einen Leistungseinbruch erleben. Die Sorge, einige Sportler würden in ein tiefes Loch fallen, weil sie aus ihren gewohnten Trainingszyklen gerissen wurden. Doch nichts davon ist passiert. Wenn wir eines in den letzten Monaten gelernt haben, dann, dass Leichtathleten zäh sind und sich auch durch widrigste Umstände nicht vom Erreichen ihrer Träume abbringen lassen. Es gab nicht einen Wettkampf, bei dem ein großes Leistungsloch o. Ä. festzustellen gewesen wäre. Stattdessen z. B. ein deutscher Rekord von Johannes Vetter, Glanzlichter von Deniz Almas, unserem neuen Sprintstar. So kann es auch in diesem Jahr gerne weitergehen. So wird es auch weitergehen. Und zwar schon am kommenden Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften. Das Teilnehmerfeld wird etwas eingeschränkt sein, aber die Freude kann Ihnen und uns niemand nehmen! Meint

Jonas Giesenhagen

29.01.2021, Leichtathletik, world athletics indoor tour Gold 2021, Indoormeeting Karlsruhe, Europahalle Karlsruhe, , Noo

Vorreiter

Köln, 2. Februar

Liebe Leserinnen und Leser, wir können alle dankbar und stolz darauf sein, was der Deutsche Leichtathletik-Verband und die Meeting-Direktoren trotz widrigster Umstände für eine Saison auf die Beine stellen.

Schon im letzten Sommer, der in der Leichtathletik aus sportlicher Sicht betitelten „Late Season“, lahmte die Leichtathletik international, während hierzulande wieder Wettkämpfe stattfanden. Wenn wir auch generell, so scheint es zumindest oft, aus der ersten Welle der Pandemie als Gesellschaft nur wenig gelernt haben, so hat der Sport die Zeit intensiv genutzt und längst wieder Flügel bekommen. Für die Austragung des Indoor-Meetings in Karlsruhe und des ISTAF in Düsseldorf waren aufwendige Hygienekonzepte nötig, doch die Veranstalter sind mittlerweile fix. Die Genehmigung geht schneller vonstatten, untereinander hilft man sich, um so eine nahezu volle Saison auf die Beine stellen zu können.

Kein Wunder, dass das auch bei den absoluten Weltstars der Branche ankommt, die sich ein Stelldichein in Deutschlands Leichtathletik-Hallen geben. Wie viel hinter den Kulissen gearbeitet wird, um all dies zu ermöglichen, bekommen wir schon kaum noch mit. So routiniert funktioniert der Austausch zwischen Veranstaltern und Behörden mittlerweile.

Schade, dass dies in anderen Bereichen der Pandemie und in unserem Alltag so längst nicht zu erkennen ist. Die Leichtathletik und auch der Sport im Allgemeinen machen ihre Sache gut. Wenn wir uns als Gesellschaft davon eine Scheibe abschneiden, können auch wir es besser machen! Meint

Jonas Giesenhagen

Official wear protective face masks as a precaution against the coronavirus, MARCH 1, 2020 - Marathon : Tokyo Marathon 2

Wiederholungsgefahr

Köln, 19. Januar

Liebe Leserinnen und Leser, ich fühle mich mehr und mehr an die Anfänge dieser Pandemie versetzt. Beobachtet man die Situation, so scheinen wir sportlich an einen Punkt zu kommen, wie wir ihn schon im letzten Jahr vorgefunden haben. Die Leichtathletik ruht zwar nicht, sie ist aber auch nicht präsent. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber Veranstaltungen hinter verschlossenen Türen sind doch irgendwie nicht das Wahre. Klar, sie sind wichtig für die Sportlerinnen und Sportler. Wichtig, um im Schwung zu bleiben und sich messen zu können. Was zählen jedoch die Siege, wenn man sie anschließend nicht mit dem Publikum zelebrieren kann?! Irgendwie nur halb so viel. Und die Situation aus Veranstaltersicht? Mehr als müßig. Für jeden Wettkampf müssen eigene Konzepte entwickelt werden, die Abstimmung mit Behörden und Ämtern kann sich ziehen. Ein Lob für jeden Ausrichter, der das auf sich nimmt. Dennoch auch Verständnis für jene, die das nicht stemmen können oder wollen. Manchmal, so hat man den Eindruck, kommt es einem doch so vor, als hätte unsere Gesellschaft nur wenig gelernt in den letzten Monaten. Die Hoffnung darauf, dass in diesem Jahr alles wieder einigermaßen normal wird, hat sich zerschlagen. Aber eins ist anders: Nachdem im ersten Lockdown Sport und Live-Events völlig unwichtig erschienen, ist meine Lust darauf jetzt größer denn je. Ich denke, es ist die Sehnsucht. Also heißt es zusammenstehen, auf dass wir diese Sehnsucht noch in diesem Jahr befriedigen können. Und – das bleibt das Wichtigste – auf gute Gesundheit!

Jonas Giesenhagen

November 17, 2020, Tokyo, Japan: International Olympic Committee (IOC) president Thomas Bach wearing a face mask gestur

Ausgeblendet

Liebe Leserinnen und Leser, auch wenn nun schon zwei Wochen vergangen sind, wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und gesegnetes Jahr!

Ich hoffe, Sie sind unter den besonderen Umständen gut in das Jahr 2021 gestartet. Kaum vorstellbar, dass in der aktuellen Situation große Veranstaltungen wie die Olympischen Spiele über die Bühne gehen können. Zumindest aus Laiensicht. Die Experten des IOC scheinen aber eine ganz andere Meinung zu haben. Insbesondere Präsident Thomas Bach, der Meister darin, Kritik von sich abprallen zu lassen. Immer, wenn ich an den 67-Jährigen denke, kommen mir sofort die Worte eines ehemaligen Arbeitskollegen in den Sinn, der Bach jahrelang begleitete. Er verpasste ihm den Spitznamen „Teflon-Meister“, weil Kritik an Bach abperlt, wie Schmutz an einer Teflonpfanne.

Doch natürlich muss man sich gleichermaßen vor Augen führen, dass der IOC-Präsident keine leichte Aufgabe innehat. Viele Hürden wurden dem ehemaligen Fecht-Olympiasieger in seiner ersten Amtszeit gestellt, in seiner zweiten werden es nicht weniger sein. Darüber, dass er im März wiedergewählt wird, dürfte es keinen Zweifel geben. Zumindest innerhalb des IOC steht man zu seinem Präsidenten. Im Sinne des Sports können wir nur hoffen, dass nicht wieder ein Tauziehen um die Olympischen Spiele beginnt. Genau dies könnte aber passieren. Mit vorzeitigen Entscheidungen hat das IOC ja schon 2020 nicht geglänzt. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass 2021 doch noch eine positive Wendung nimmt.

Jonas Giesenhagen

 

Roma , Leichtathletik, Track&Field, World athletics Meeting, Wanda Diamond League Roma, 2020, 17.09.2020, Olympia Stadio

(K)ein gutes Jahr

Köln, 15. Dezember

Liebe Leserinnen und Leser, bald ist Weihnachten. Keine Zeit für Kritik. Daher will ich auch im letzten Editorial des Jahres nur das Positive herausheben.

Natürlich war das Gesamtjahr nicht, wie oben geschrieben, ein gutes. Ganz im Gegenteil. Es sind Menschen gestorben, wir wurden von einer Pandemie überfallen, die wir nicht mehr im Griff haben. Es war ein schlechtes Jahr. Und doch ein gutes. Zumindest sportlich. All das ist in dieser schwierigen Zeit nicht wichtig. Sportveranstaltungen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Mag ja auch stimmen, aber eben nur zum Teil. Denn nicht nur wir Zuschauer und Beobachter sind froh darüber, wenn uns der Sport in Zeiten wie diesen ablenkt, auch die Sportlerinnen und Sportler brauchen Bahn, Speer, Diskus und Co.

Die Leichtathletik hat sich 2020 als Krisenmanager gezeigt. Hätten die Konzepte, wie sie beispielsweise bei den Deutschen Meisterschaften angewandt worden waren, in unserer Bevölkerung umgesetzt werden können wie im Sport, dann hätten wir heute kaum noch Neuinfektionen. Der Sport war so viel mehr in diesem Jahr als nur Sport. Er gab Halt, Kraft und Zuversicht. Er stand symbolisch dafür, dass auch in harten Zeiten Lösungen gefunden werden und es immer irgendwie weitergeht.

Der Sport kann uns nicht aus der Pandemie führen, das können nur wir. Und trotzdem war er wichtig. Zum Abschluss dieses Jahres möchte ich mich daher bedanken: Bei all denen, die dafür gesorgt haben, dass es Wettkämpfe gab, dass eine „Late Season“ über die Bühne gehen konnte. Danke für etwas Halt in dieser Zeit!

Tuebingen 29.11.2020 Symbolbild: Spritze, medizinisches Instrument Bild nur zur redaktionelle Nutzung! *** Tuebingen 29

Die Impfstoff-Debatte

Köln, 1. Dezember

Liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich mich eines Themas annehmen, welches für Diskussionen sorgen wird: Der Corona-Impfstoff. Mir ist bewusst, dass ich mit einem Kommentar dazu niemals die Meinung eines jeden treffen kann, gehen diese doch schließlich schon jetzt weit auseinander. Und dennoch ist es ein wichtiges Thema, welches in den kommenden Monaten eine große Rolle in der Leichtathletik spielen wird. Auch wenn bei unseren Athleten (hoffentlich) niemand dabei ist, der ernsthaft denkt, mit einer Corona-Impfung würde ihm ein Chip eingepflanzt, der uns alle willenlos und unfruchtbar macht, heißt dies nicht, dass die Sportlerinnen und Sportler für eine Impfung Schlange stehen würden. Das hat mir Thomas Röhler vor einigen Wochen im Gespräch bereits angedeutet. Viele Athleten, die ohnehin sehr auf Ernährung und gesunden Lebensstil achten, werden sich wohl kaum einen gar nicht bis wenig erprobten Impfstoff injizieren lassen. Zu groß ist die Sorge wegen möglichen Nebenwirkungen, die den Sport gefährden könnten. Doch was, wenn es eine Impfpflicht für Großveranstaltungen geben wird? Johannes Vetter geht ohnehin davon aus, dass sich die meisten Sportler vor Olympia impfen lassen werden. Zwei Speerwerfer, zwei Meinungen. Und beide völlig berechtigt. Es wird Befürworter und Kritiker geben, und – nur zur Klarstellung – beide Seiten sind keine Verschwörer. Wir werden diese Debatte nicht nur weiter verfolgen, es wird Anfang kommenden Jahres auch noch mal Thema in unserer Zeitschrift. Gut wäre, wenn eine einvernehmliche Lösung gefunden wird. Meint,

Jonas Giesenhagen

ISTAF 2019 Berlin 01 09 2019 Freuen sich gemeinsam Jessica Bianca Wessolly mit dem Ruecken zur

Gemeinsam

Köln, 24. November

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und tatsächlich begleitet uns diese verdammte Krise noch immer. Mehr denn je wird uns klargemacht, wie sehr unser Leben durch die Pandemie eingeschränkt ist. Und das nicht nur im Sport, wo seit Anfang des Jahres schmerzlich jede Art von Normalität vermisst wird. Sondern viel mehr noch im Privaten. Bald ist Weihnachten, und noch immer ist nicht sicher, wie wir das Fest verbringen werden, verbringen dürfen. Gerade erst haben sich die Ministerpräsidenten darauf geeinigt, bis Heiligabend noch einmal strengere Regeln geltend zu machen. Mit der Verlängerung und Verschärfung der Maßnahmen sollen die weiterhin zu hohen Zahlen gedrückt werden. Gedrückt ist dabei auch die Stimmung, die sich breitmacht. Und trotzdem war nicht alles schlecht in diesem verkorksten Jahr. Tatsächlich können wir gerade im Sport auf eine ganze Reihe Höhepunkte zurückblicken. Höhepunkte, die uns immer wieder für einen kurzen und wichtigen Moment aus der Corona-Tristesse herausgeholt haben. Da wäre zum Beispiel eine Deutsche Meisterschaft, die dank der tollen Planung und der hervorragenden Arbeit vieler Menschen im Sommer trotz mehr als schwieriger Umstände stattfinden konnte. Da wäre das Laufwunder Melat Kejeta, welche uns in diesem Jahr begeisterte und natürlich die Spitzenwürfe eines Johannes Vetter. Alles Dinge, auf die wir mit Freude zurückblicken können. Gemeinsam. Denn nur so kommen wir durch diese Zeit. Meint

David Stoll

IOC chief Bach, Japan PM Suga Japanese Prime Minister Yoshihide Suga (R) and International Olympic Committee President

Voreilig

Köln, 17. November,

Liebe Leserinnen, liebe Leser, guten Mutes haben sich IOC-Präsident Thomas Bach und der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga bei einem Treffen in Tokio der Öffentlichkeit präsentiert. Handrücken an Handrücken posierten die beiden mit Mund-Nasen-Schutz, um mitzuteilen, dass die Planungen für Olympia normal vonstattengehen. Eine Szene, die zeigen soll, dass die mächtigen Männer an der Spitze des Ringe-Ordens die Lage im Griff haben. Haben sie natürlich nicht. Die Pandemie richtet sich weder nach dem IOC, noch lässt sie sich in irgendeiner Form planen. Athletinnen und Athleten sollen geimpft werden, auch mit Zuschauern wird geplant. Ich kann die Situation in Tokio nicht beurteilen, da ich nicht vor Ort war, aber offenbar ticken die Uhren dort etwas anders. Dazu passt die Aussage von Suga, die Spiele sollten als Beweis stattfinden, dass „der Mensch das Virus besiegt hat.“ Wow. Sind wir wirklich schon so weit? Offenbar lassen sich die Verantwortlichen durch die vagen Impfstoff-Versprechungen so sehr beflügeln, dass die Realität dabei zunächst mal außer Acht gelassen wird. Man wolle zudem zusehen, dass die Athleten allesamt geimpft werden. Eine Wunschvorstellung des IOC und der japanischen Regierung, der gewiss nicht jeder Sportler nachkommen wird. Was droht, ist das gleiche Unheil wie in diesem Jahr. Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt (oder sogar darüber hinaus) wird eine heile Welt vorgespielt, ehe die Situation neutral bewertet wird. Wäre schön, wenn Bach und Co. dieses Mal weiser entscheiden würden. Hofft,

Jonas Giesenhagen

Rottenburg 03.05.2020 Leichtathletik: Der Hochspringer Lukas Gaertner (re, TV Rottenburg) fixieren mit Trainer, Jonas Ne

Falsches Signal

Köln, 3. November,

Liebe Leserinnen und Leser, in der letzten Woche habe ich an dieser Stelle geschrieben, die Saison 2020 sei nun abgehakt. Das trifft aus sportlicher Sicht zu, nun hat die Bundesregierung allerdings auch den sportpolitischen Haken druntergesetzt. Seit dem 2. November ist Amateursport untersagt. Ob Fußball, Tennis oder eben Leichtathletik. Die Konzepte sind nichts mehr wert und müssen sich dem Ausmaß der Corona-Pandemie beugen. Für mich ein falsches Signal. Während Schülerinnen und Schüler dicht an dicht gedrängt in überfüllten Bussen zur Schule fahren, um dort nah beieinander zu sitzen und sich zu unterkühlen, weil Stoßlüftung vorgeschrieben ist, dürfen sie am Nachmittag nicht mehr in der freien Luft Sport miteinander treiben. Und das, obwohl Verbände und Vereine mühevolle Konzepte entwickelt haben (die im übrigen auch jetzt noch mit gleicher Wirksamkeit greifen würden). Einschränkungen, so ist meine Meinung, sind richtig und wichtig. Dort, wo sie Sinn machen. In Stadien, bei großen Privatfeiern und je nach Konzept und Ermessen sicherlich auch in einigen Einrichtungen. Aber warum wird dort angepackt, wo sich Menschen in detaillierter Kleinstarbeit über Wochen hinweg Gedanken gemacht haben, damit so etwas nicht noch mal passiert?! Verstehen Sie mich nicht falsch: Wir sollten dieses verdammte Virus mit jeder uns zur Verfügung stehenden Macht eindämmen. Ich bin mir auch sicher, dass dabei jeder anpacken würde, wenn einige Maßnahmen nicht so weit hergeholt erschienen. Dann nun eben nach dem Motto „jetzt erst recht“. Zusammenhalten, durchhalten, bald wieder Sport machen. ­Abwartende Grüße,

Jonas Giesenhagen