Author : redaktion

Halplus Werfertage, 21.05.2022 Halplus Hallesche Werfertage, am 21.05.2022 auf der Sportzentrum Brandberge, Halle/ Saal

München oder Eugene?

Köln, 24. Mai

Liebe Leserinnen und Leser,

zwei Jahreshöhepunkte innerhalb einer Saison. Sogar innerhalb weniger Wochen.
Ein Traum für jeden Fan der Leichtathletik – aber auch für die Athleten? Spannend, wie verschieden die Rückmeldungen sind, wenn man dieser Tage mit den potenziellen Teilnehmern der Saisonhöhepunkte spricht. Vielen macht die kurze Zeitspanne rein gar nichts aus. Im Gegenteil. Sie eröffne sogar die Möglichkeit, das Leistungspensum über den gesamten Zeitraum bei einhundert Prozent halten zu können. Anderen kommen die eng gelegenen Termine jedoch gar nicht recht: zu wenig Abstand, man müsse sich darauf konzentrieren, den vollen Fokus entweder auf Eugene oder München zu legen. Leichter haben es da die Sportler, die nur für einen der beiden Höhepunkte – also im Normalfall die Europameisterschaften – planen müssen.

Auch interessant: Der Tenor bei den deutschen Athleten geht in Richtung der EM. Niemand wird bezweifeln, dass der Stellenwert von Weltmeisterschaften höher ist, doch sobald die Komponente Heimspiel hinzukommt, hat dies großen Einfluss. Viele der deutschen Athletinnen und Athleten haben die Atmosphäre bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin und/oder der Team-EM 2014 in Braunschweig erlebt und wissen genau, was in München auf sie zukäme. Eine EM-Goldmedaille vor heimischem Publikum schmeckt für einige doch süßer als Edelmetall in einem fremden Land. Gut, dass man als Zuschauer des Sports keinen Fokus setzen muss. WM in Eugene und EM in München. Den Spagat schafft man vorm heimischen TV-Gerät sehr gut. Mit einhundert Prozent, ohne Energieverlust. Es wird ein spannender Sommer!

Jonas Giesenhagen

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften; Braunschweig, 05.06.2021 Thomas Roehler (TH/LC Jena); Deutsche Leichtathletik-

Langer Anlauf

Köln, 17. Mai

Liebe Leserinnen und Leser,

die Anlauffläche hat im Speerwurf in der Regel eine Länge von 30 bis 36 Metern. Thomas Röhler zählt nicht zu den Athleten, die diese stets voll ausschöpfen. Der Anlauf zurück in die Weltspitze wird dagegen ein langer. Die noch 85 verbleibenden Tage bis zur EM wird der frühere Olympiasieger und Europameister voll ausschöpfen müssen, um in München an den Titelkämpfen teilnehmen zu können. Ich bin mir sicher: Unter uns ist niemand dabei, der dem 30-Jährigen die Rückkehr zu alter Stärke nicht gönnen würde. Nun lässt sich diskutieren, ob die Situation im Speerwurf der Männer hierzulande Fluch oder Segen für die Situation des einstigen Aushängeschildes der Sportart ist. In keinem anderen Land der Welt ist die Konkurrenzdichte so hoch.

Davon kann und wird Röhler profitieren, denn Teilnahmen an internationalen Spitzenwettkämpfen sind als Deutscher eigentlich nur mit konstanten Weiten jenseits von 85 Metern möglich. Ansonsten kommt die Konkurrenz und schnappt die offenen Plätze einfach weg. Röhlers Nachteil in diesem Weitenkampf ist die verbleibende Zeit bis zu den Jahreshöhepunkten. Bis zur absoluten Weltspitze fehlten in Doha noch rund 20 Meter. Kaum denkbar, dass diese Lücke in so kurzer Zeit komplett geschlossen werden kann. Aber wenn man es jemandem zutrauen muss, dann einem Thomas ­Röhler. Der Athletensprecher weiß, was er tut. Dank seiner Zielstrebigkeit kann er auch in einer kurzen Zeitspanne noch viele Meter aufholen. Was es jetzt braucht: Wettkampfpraxis. Gut aufgestellt ist der Speerwurf ohnehin. Das zeigten die Würfe von Andreas Hofmann, Johannes ­Vetter und Julian Weber über 85 Meter. Ich hoffe, auch Röhler kommt dort wieder hin.

Jonas Giesenhagen

Pliezhausen Leichtathletik Meeting Krumme Strecken Constantin Preis VfL Sindelfingen *** Pl

Warm-up mit Tradition

Köln, 03. Mai

Liebe Leserinnen und Leser, am Wochenende kommt es in Pliezhausen zu einem echten Doppelmeeting. Im traditionsreichen Schönbuchstadion finden das dank seiner „krummen Strecken“ weitläufig etablierte und geschätzte internationale Läufermeeting sowie die Deutschen Meisterschaften auf der Langstrecke statt. Es wird mit Hausbestmarken gerechnet, denn etliche Topathleten haben gemeldet, um sich auf den Strecken miteinander zu messen.

Eine von ihnen: Malaika Mihambo, Ausnahmeathletin und international so erfolgreich, dass sie höher hinaus eigentlich kaum steigen kann. Dennoch schafft sie es, sich immer wieder aufs neue zu motivieren, um erneut ganz oben anzugreifen. Im Interview verrät sie, wie sie diesen sportlichen Fokus mit ganz persönlichen Anliegen nicht nur verbindet, sondern sie gerade dadurch erreicht. Weniger auf Weite, mehr auf Reife kommt es ihr an. Mit Titeln im Rücken kann man das leicht sagen, könnte man meinen, doch steckt darin einfach viel Weisheit. Der kleine Schritt kommt vor dem Großen. Und natürlich beschreibt sie uns auch ihr bisheriges sportliches Jahr und gibt einen Ausblick auf den Sommer.

Der Sommer bietet gleich zwei Höhepunkte: Welt- und Europameisterschaften. Der Saisonauftakt unter freiem Himmel in Pliezhausen bildet den Auftakt zur WM- und EM-Saison. Für die Athleten heißt es, Normen zu knacken und Form zu zeigen. Möge es ihnen gelingen und ihre Leistungen uns spannend durch die Saison begleiten.

Jonas Giesenhagen

European Cross Country Championships 2021; Dublin, 12.12.2021 Alina Reh (Deutschland); European Cross Country Champions

Fokus nicht verlieren

Köln, 26. April

Liebe Leserinnen und Leser, es ist schon beeindruckend mit welcher Einstellung Alina Reh Rückschläger immer wieder hinnimmt und danach optimistisch nach vorne schaut. Ein Ermüdungsbruch 2018, im vergangenen Jahr die Knöchelverletzung am linken Fuß und nun die überstandene Herzmuskelentzuündung nach Booster-Impfung. Ein Grund zum Aufgeben? Für die 24-Jährige sicher nicht. „Die Leidenschaft und Liebe fürs Laufen ist noch da und noch immer sehr groß“, sagte sie der „Schwäbischen Zeitung“. Es mache ihr Spaß und sie sei guter Dinge. Wenn Alina Reh das sagt, glaubt man ihr. Eine tolle Einstellung zu Situationen, auf die man als Sportlerin ohnehin keinen Einfluss nehmen kann.

Dennoch schade, dass ihr Verletzungen Zeit ihrer Karriere genommen haben. Was Reh aber auszeichnet: Immer kam sie nach Rückschlägen stärker zurück auf die Bahn. Auch das ist Zeichen einer sehr positiven Einstellung. Es wäre ihr zu gönnen, dass sie nun im heimatlichen Laichingen auch wieder zu ihrer Form findet – wie schon so häufig zu vor. Dann kann es sogar mit der Heim-EM in München noch was werden. Selbst, wenn diese momentan noch in weiter Ferne erscheinen mag. Es bleibt ihr zu wünschen, dass sie verletzungsfrei bleibt!

Jonas Giesenhagen

Mehrkampf-Meeting; Ratingen, 20.06.2021 Niklas Kaul (GER / USC Mainz); Mehrkampf-Meeting am 20.06.2021 im Stadion Rating

Immer wieder spannend

Köln, 12. April

Liebe Leserinnen und Leser, wie blicken Sie auf die Europa- und Weltmeisterschaften? Sind die Medaillen in Ihren Köpfen schon vergeben? In einigen Disziplinen, so scheint es, müssten die Wettkämpfe gar nicht erst ausgetragen werden. Stichwort: Armand Duplantis. Müssen sie doch! Stichwort: Johannes Vetter. Auch die größten Favoritinnen und Favoriten können im Sport an den Dingen scheitern, die kein Experte voraussagen kann. Und so ist die mentale Ebene nicht erst seit Johannes Vetter Spielverderber sicher geglaubten Edelmetalls.

Wie gut, dass es im Sport zweite, dritte, manchmal auch vierte Chancen gibt. Olympische Spiele wird Vetter nur noch einmal, maximal zweimal erleben. Doch die Chance auf Wiedergutmachung lebt in der Leichtathletik nicht nur im Vierjahreszyklus auf. Zwei große Chancen bieten sich in diesem Jahr. Für Vetter. Für Duplantis. Für letzteren dürften, sofern der Stabhochsprung-Star hoffentlich verletzungsfrei bleibt, noch viele Möglichkeiten hinzukommen.

Zwei Favoriten in zwei Disziplinen, und dennoch können sie scheitern. Wir haben es erlebt. Manches Mal lassen sich Tendenzen ableiten, doch anderswo sieht es ganz anders aus. Oder können Sie schon heute sagen, wer in Eugene und München Sprintkönig wird, wer am weitesten und am höchsten springt?
Spannend wird es ohnehin. In den Disziplinen mit hoher Leistungsdichte an der Spitze sowieso. Aber eben nicht nur. Auch einen Duplantis oder Vetter kann es erneut treffen. Wollen wir es aus deutscher Sicht nicht hoffen, und seien wir trotzdem froh, dass genau dies unseren Sport so spannend macht. Schön, dass wir in diesem Sommer dabei sein dürfen, wenn gleich zweimal Geschichte geschrieben wird!

Jonas Giesenhagen

Berlin, 03.04.22, Leichtathletik, Generali Berliner Halbmarathon 2022. Katharina Steinruck aus Deutschland laeuft mit 0

Frische Luft

Köln, 5. April

Liebe Leserinnen und Leser,
wenn man dieser Tage durch die Gassen schlendert, kommt es einem fast wie früher vor. Mit früher meine ich übrigens vor Corona. Die Geschäfte sind geöffnet, immer mehr Menschen trennen sich von ihrem Mund-Nasen-Schutz, und nach zwei Jahren stellt sich ein Gefühl ein, es irgendwie dann doch endlich geschafft zu haben. Haben wir natürlich nicht. Der Blick auf die Inzidenzwerte zeigt, dass wir weiterhin mittendrin stecken, keinesfalls möchte ich dies ignorieren. Soll jetzt aber auch nicht Thema sein. Jede*r soll selbst entscheiden, wie sie oder er nach dem sogenannten „Freedom Day“ damit umgehen möchte. Ich rate dringend dazu, beide Seiten zu verstehen. Die Vorsichtigen, aber auch diejenigen, die jetzt lockerer mit der Situation umgehen.

Mir geht es aber um etwas ganz anderes. So sinnvoll jede einzelne Maßnahme auch ist oder war, Normalität war schlichtweg nicht möglich. Wenn Leichtathletik-Veranstaltungen stattgefunden haben, dann unter besonderen Bedingungen. Mit Masken, mit Abstand und eingeschränkten Zuschauerzahlen. Egal wo, man kam nie umher, die aktuelle Situation vergessen zu können. Doch jetzt kommen wir in eine Zeit, in der wir Sportveranstaltungen wie früher erleben dürfen. Ein frischer Wind an der frischen Luft. Aber bitte im Miteinander. Was haben wir uns als Gesellschaft in den vergangenen zwei Jahren entzweit. Lassen Sie uns wieder mehr zusammenfinden. Geimpfte, Ungeimpfte, Maskenträger, Freedom-Day-­Feierer. Fühlen Sie sich frei, sich frei zu fühlen, aber lassen Sie uns alle auch andere Ansichten akzeptieren. Dann wird es ein guter Sommer. Meint

Jonas Giesenhagen

Sport Themen der Woche KW11  Sport Bilder des Tages (220321) -- BELGRADE, March 21, 2022 -- Yulimar Rojas of Venezuela c

Rekorde und Enttäuschungen

Köln, 22. März

Liebe Leserinnen und Leser,
Am vergangenen Wochenende hat die Leichtathletik wieder groß aufgefahren. Yulimar Rojas, Armand Duplantis, Grant Holloway, Christian Coleman und und und…Die drei Erstgenannten haben sogar bei der Hallen-WM für Weltrekorde gesorgt. Unfassbar gute Leistungen zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Sportlerinnen und Sportler mit Blick auf den Sommer doch eigentlich gar nicht bei einhundert Prozent sein können? So zumindest die Meinung des DLV, der seine Athletinnen und Athleten lieber in die Freiluft-Vorbereitung schickt, als sie in Belgrad um Medaillen kämpfen zu lässen.

Das ist natürlich etwas überspitzt dargestellt. Selbstverständlich haben die Offiziellen ihre Aushängeschilder nicht zuhause festgebunden und ihnen die Reise nach Serbien verwährt. Mit einer WM und EM im Hinterkopf ist es sogar durchaus verständlich, dass nicht jeder an einer Hallen-WM Ende März interessiert ist. Doch wäre man mit vollständiger Mannschaft vor Ort gewesen, hätte man bessere Platzierungen oder gar Edelmetall erreicht? Was ich damit sagen will ist folgendes: Malaika Mihambo und Johannes Vetter sind herausragende Persönlichkeiten, jedoch überstrahlen sie die gesamte Lage der deutschen Leichtathletik. In vielen Disziplinen sind deutsche Sportlerinnen und Sportler im Kampf um Edelmetall nicht konkurrenzfähig. Das belegt nicht nur der Blick auf Belgrad, sondern auch auf Tokio und Doha. Es muss ja kein Ausnahmeathlet des Kalibers Duplantis sein, aber allein mit der Hoffnung und dem Glauben daran, dass die Zukunft bessere Ergebnisse beschert, holt man noch keine Medaillen. Meint

Jonas Giesenhagen

Athletics - Women's High Jump - Final

Macht des Sports

Köln, 15. März

Liebe Leserinnen und Leser, in Worte ist die Situation, wie wir sie zurzeit tagtäglich in Europa erleben, kaum zu fassen. Schreckliche Bilder und Ereignisse dominieren das Tagesgeschäft, mit dem Krieg in der Ukraine hat Wladimir Putin große Teile der Welt in einen Zustand der Lähmung versetzt. Auch der Sport spielt in diesen Tagen nur eine Nebenrolle und zeigt, dass es eben doch „nur“ die schönste Nebenbeschäftigung der Welt ist.

Und doch ist der Sport gerade jetzt wichtiger denn je. Sport baut Brücken und verbindet. Nationalität, Hautfarbe und Herkunft sind hier egal. Sportlerinnen und Sportler kennen und trainieren in verschiedensten Kulturen, ihre Trainingsgruppen stecken voller verschiedener Nationalitäten. Der Sport erzählt auch die Geschichten ukrainisch-russischer Freundschaften; allen voran war dies zuletzt der Fall bei den beiden Hochspringerinnen Jaroslawa Mahuchikh und Marija Lasitskene. Nun sind ihre Länder im Krieg. Eine kaum greifbare Vorstellung, aber leider real. Und gerade in solchen Situationen wird dem Sport eine tragende Rolle zuteil.

Mündige Athletinnen und Athleten sind jetzt diejenigen, die ihre Stimme erheben sollten. Bei den Deutschen Meisterschaften gab es bereits viele Solidaritätsbekundungen. Schweigen dürfen aber vor allem auch diejenigen nicht, die selbst betroffen sind. Es braucht jedoch auch viel Mut, je nachdem, in welcher Situation man sich selbst befindet. Da zeigt sich, dass Sport und Politik eben doch eng miteinander verzahnt sind und doch nicht jeder seine Meinung so frei äußern kann, wie es ein Maximilian Thorwirth bei den Deutschen Hallenmeisterschaften getan hat. Wir­ kön­nen nur hoffen, dass diese Situation schnellstmöglich besser wird.

Jonas Giesenhagen

Sport Bilder des Tages Deutsche Leichtathletik-Hallenmeisterschaften; Leipzig, 27.02.2022 Jacqueline Otchere (MTG Mannhe

Eine Frage des Zeitpunkts

Liebe Leserinnen und Leser,
zur Rückkehr der Zuschauer war in Leipzig auch die Rückkehr sämtlicher deutscher Stars angedacht. Gina Lückenkemper hielt Wort, sie verlängert ihre Hallensaison sogar noch bis Belgrad. Andere Sportlerinnen und Sportler, wie Tatjana Pinto, Owen Ansah und Lucas Ansah-Peprah, wollten die Hallen-DM noch mitnehmen, lassen die DM aber aus. Viele andere waren erst gar nicht am Start und ließen die Wettkämpfe ganz bewusst aus oder mussten kurzfristig aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten absagen. Schade. Konstanze Klosterhalfen, Gesa Felicitas Krause, Alexandra Burghardt, Bo Kanda Lita Baehre, Maximilian Entholzner sind nur einige der Namen, die bei den ­Deutschen Hallenmeisterschaften nicht am Start waren.

Sie hätten der Veranstaltung gutgetan, denn so war es wieder einmal Malaika Mihambo, die der Veranstaltung den Glanz einer Olympiasiegerin verlieh und das Gesicht der DM war. Zudem muss die Frage erlaubt sein, wie zeitgemäß und sinnvoll eine Hallensaison in einem WM- und EM-Jahr ist. Aus Sicht der Verbände ist sie unerlässlich, aber auch für die Athletinnen und Athleten muss Verständnis gezeigt werden. Wieso in der Halle antreten, wenn der Fokus auf der Sommersaison liegt? In vielen Diszi­plinen macht es Sinn, die Indoor-Saison in Vorbereitung auf die Freiluft-Veranstaltungen mitzunehmen, in anderen nun mal überhaupt nicht. Daher muss Verständnis für die fehlenden Akteure gezeigt werden. In Zukunft wird sich das wohl kaum ändern. Meint

Jonas Giesenhagen

19th February 2022; Utilita Arena, Birmingham, Midlands, England; Muller Indoor Grand Prix Athletics; Robert Farken in t

Vorfreude

Köln, 22. Februar

Liebe Leserinnen und Leser,
es fühlt sich endlich wieder anders an. Zwar stecken wir noch immer mitten in einer Pandemie, aber wir finden neue Lösungen. Die Leichtathletik hat dafür bereits in den vergangenen beiden Jahren alles getan. Konzepte entwickelt, Veranstaltungen auch ohne Zuschauer, dafür aber mit strengen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt. Die strengen Vorkehrungen bleiben, doch die Zuschauer kommen zurück. So auch in Leipzig, wo wieder eine stimmungsvolle Kulisse für die ­Deutschen Hallenmeisterschaften zu erwarten ist. Diese ist dem Line-up an deutschen Leichtathletik-Stars aber auch durchaus angemessen. Konstanze ­Klosterhalfen, Gina Lückenkemper, Malaika Mihambo und Co. – das Aufgebot kann sich sehen lassen. Sogar Bob-Silbermedaillengewinnerin Alexandra Burghardt will sich in Leipzig über die 60 Meter präsentieren. Klappt das, nur sieben Tage nach dem Silber­-Erfolg in Peking, wirklich? Die Entscheidung da­rüber fällt kurzfristig. Ich bin jedenfalls schon jetzt voller Vorfreude. Nachdem wir letztes Jahr aufgrund pandemiebedingter Reiserestriktionen nicht in Dortmund dabei sein konnten, sind wir vom Leichtathletik-Magazin in diesem Jahr wieder vor Ort. Viele von Ihnen hoffentlich auch. Nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, sondern eben auch für die Organisatoren. Sie verdienen es, dass die Hallen nun wieder voll sind – sofern dies zulässig ist. Für die Mühen und finanziellen Einbußen, die 2020 und 2021 ganz bewusst in Kauf genommen worden sind, um der Leichtathletik weiterhin eine Bühne bieten zu können. Samstag und Sonntag wird sie wieder groß, die Bühne!

Jonas Giesenhagen