Köln, 16. Dezember
Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie das? Wenn am Ende eines Jahres die Weihnachtsfeiertage bevorstehen und man sich noch einmal ganz besonders Gedanken um seine Liebsten macht? Womit kann man Familie und Freunden eine Freude machen – und vor allem: Welche Worte möchte man diesen noch einmal mitteilen? Ich persönlich bin ein Freund davon, an die wichtigsten Menschen in meinem Umfeld Grußkarten zu verteilen, darin enthalten: Rückblicke, Emotionen, herzliche Wünsche. Und der Rest ist dann doch privat! Beschäftigen wir uns nun lieber einmal damit, ein paar Worte an und über die Liebe zu verlieren, die wir alle teilen: die Leichtathletik. Ganz speziell natürlich die nationale – samt all jenen Athletinnen und Athleten, die diese Sportart zu so etwas Einzigartigem machen. Erst die Persönlichkeiten und Geschichten eines jeden Einzelnen machen die Leichtathletik lebendig. Mit dieser Auffassung sind wir auch unseren Leichtathletik-Jahresrückblick der etwas anderen Art angegangen. Das Ergebnis lesen Sie ab Seite sechs.
Doch jetzt wirklich noch einmal Fokus auf die deutsche Leichtathletik. Rein sportlich. Was würde man über diese in einer Karte verlieren wollen? Zunächst einmal, dass es nach Jahren der Tristesse wieder bergauf geht mit ihr. Das Tief von 2023 scheint überwunden zu sein, der im Vorjahr angedeutete Aufwärtstrend hat sich bislang als ein solcher bestätigt. Das liegt primär an den fünf in Tokio gewonnenen WM-Medaillen. Aber auch an Glanzleistungen über das Jahr hinweg. Angefangen bei Mehrkämpfer Till Steinforth, der im Winter bei Hallen-EM und Hallen-WM zweimal eine Bronzemedaille gewann, über die nationalen Laufrekorde von Frederik Ruppert, Mohamed Abdilaahi, Robert Farken und Co. bis hin zu erzielten persönlichen Bestleistungen von Weltklasseformat. Denken Sie an Julian Weber und Christina Honsel. Doch die Gesamtbilanz bleibt dennoch ambivalent. Denn von den genannten High-Performern konnte bei der WM keiner eine Medaille gewinnen. Vor allem aber sind im Sprint- und Laufbereich weiterhin große strukturelle Schwächen auszumachen. Nur viermal war Deutschland hier in Tokio unter den Top Acht vertreten. Auch im Sprungbereich war die Ausbeute dürftig. Doch lassen Sie uns positiv aufhören: Die deutsche Leichtathletik hat sich stabilisiert. Und: Der Weg zurück in die erweiterte Weltspitze muss langfristig, strukturell und international gedacht werden.
Abschließend bleibt mir nun noch, mich bei Ihnen für die uns 2025 gegenübergebrachte Treue zu bedanken. Im Namen unserer Redaktion wünsche ich Ihnen besinnliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch in das Jahr 2026.

Alexander Dierke

