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ISTAF 2022; Berlin, 04.09.2022 Noah Lyles (USA) gewinnt den 100m-Sprint der Maenner; ISTAF Berlin am 04.09.2022 im Olym

Foto: Imago Images

Der schönste Abschluss

Köln, 6. September

Liebe Leserinnen und Leser,
die erste halbwegs normale Sommersaison seit drei Jahren geht vorbei und endlich durfte die Leichtathletik mal wieder Feste feiern. Das größte hierzulande fand am vergangenen Wochenende in Berlin statt. WM, EM, ISTAF – eine angemessene ­Reihenfolge für das deutsche Prestige-Meeting, dessen Würdigung gar nicht groß genug sein kann. Natürlich haben wir in diesem Jahr in München die europäische Spitze hautnah im eigenen Land erleben dürfen.

Doch was wäre Deutschland ohne das ISTAF? Ja, wir haben tolle Meetings mit internationaler Beteiligung auch in Leverkusen, Pliezhausen, Weinheim und Co., aber nirgends sind das Star-Aufgebot und auch das Spektakel so enorm. Valarie Allman, Noah Lyles und Karsten Warholm würde man nie in Deutschland zu Gesicht bekommen, wenn sich das ISTAF nicht alljährlich auch um die ganz großen Namen bemühen würde. 37.000 Leichtathletik-Fans war das am Wochenende bewusst, und sie sorgten dafür, dass auch Lyles und Co. wieder in die Hauptstadt kommen werden.

Den Athletinnen und Athleten war natürlich sportlich anzumerken, dass sie bereits einen oder sogar zwei Saisonhöhepunkten in den Armen und Beinen hatten. Der Atmosphäre tat das keinen Abbruch. Und auch, wenn man sieht, welche Stimmung zwischen Sportlern und ISTAF-Offiziellen herrscht, erkennt man sofort: Die meinen es ernst. Der EM-Schwung kam in die Hauptstadt, doch die wichtigste Aufgabe steht erst noch bevor: ein nachhaltiges Konzept erarbeiten, um die Begeisterung für die Leichtathletik aufrechtzuerhalten. Aktuell sehe ich das nicht, und schon im Winter könnte die Heim-EM in Vergessenheit geraten sein.

Jonas Giesenhagen