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European Indoor Athletics Championships - Day 3

Bild: Getty Images

Gewinn – für alle?

Köln, 17. April 2019

Mitte letzter Woche hat eine Schweizer Firma, die im Auftrag des Europäischen Leichtathletik-Verbandes EAA tätig war, eine ökonomische Studie veröffentlicht, die sich mit den Folgen der im vergangenen August in Berlin ausgetragenen Leichtathletik-Europameisterschaften beschäftigt hat. Kurz zusammengefasst: Die Austragung hat sich aus wirtschaftlicher Sicht auf der ganzen Linie gelohnt. Es gab mehr Jobs, mehr Touristen, mehr Steuereinnahmen. Oder anders ausgedrückt: mehr Geld. Das ist – ohne Frage – eine sehr erfreuliche Nachricht und ein klares Zeichen dafür, dass die Austragung von sportlichen Großereignissen nicht mit einer kompletten Neustrukturierung der örtlichen Infrastruktur oder dem Neubau zahlreicher Sportstätten zusammenhängen muss. Olympia in Rio oder die Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien lassen grüßen.

Die Studie fällt zeitlich zusammen mit der Aufforderung vieler Athleten, an den Umsätzen der Verbände, die auch diese rund um Großveranstaltungen machen, beteiligt zu werden. In Sachen Ausrichtung von Großereignissen ist Deutschland – das wissen wir nicht erst seit der EAA- Studie – schon Vorreiter. Warum aber ist Deutschland nicht längst auch Vorbild darin, diejenigen an den wirtschaftlichen Erfolgen zu beteiligen, die maßgeblich dazu beitragen – die Athleten? Dieser Schritt muss in Zukunft unternommen werden, sonst steigt bei den Sportlern auch bei eigentlich positiven Nachrichten am Ende das Frustlevel, meint

Daniel Becker