Köln, 14. April
Liebe Leserinnen und Leser,
im Vorjahr ist Germany Athletics in der deutschen Leichtathletik so richtig durchgestartet. Eine Franchise nach ähnlichem System, wie es im US-Sport seit langem gang und gäbe ist. Mit dem Ziel, dem nationalen Untergang der Sportart entgegenzuwirken – schon 2021 gründet der ehemalige Hammerwerfer Claus Dethloff die Dachmarke sowie den ersten Ablegerclub: Cologne Athletics. In der Folge wird an Konzept und Visionen gearbeitet, zur Saison 2025 schon zahlreiche namhafte Athletinnen und Athleten verpflichtet. Bessere Förderbedingungen, mehr Wertschätzung, neue Möglichkeiten – das verspricht Germany Athletics selbst, ist aber auch Feedback, das einem mehrere Leichtathleten geben, die den Wechsel „ins Unbekannte“ getätigt haben. Ganz richtig ist das natürlich nicht, denn es wird nicht in etwas Unbekanntes gestartet, sondern vielmehr in etwas Neues. In jeder Großstadt soll irgendwann ein Athletics-Verein aufzufinden sein, der sich dem Nachwuchs wie Top-Athleten gleichermaßen annimmt. Die Förderung des Leistungssports ist das Ziel und damit einhergehend auch, die Sportart für alle wieder attraktiver zu machen: für potenzielle Stars von morgen, für die Spitzengeneration von heute sowie für langjährige und neue Zuschauergruppen.
Bislang fruchtet das Konzept mindestens mal insofern, als dass Germany Athletics schon einige namhafte Leute unter Vertrag hat. Da sind gestandene Top-Athleten wie auch Newcomer zu nennen: Mohamed Abdilaahi, Imke Onnen, Bo Kanda Lita Baehre, Philina Schwartz. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund verzeichnet das Franchise-System im zurückliegenden Winter insgesamt acht Medaillen – fünfmal trägt ein Meister sogar das Logo eines Athletics-Clubs auf der Brust. Das zeigt, dass es Dethloff und Co. verstehen, hochkarätige Namen für das innovative Konzept zu begeistern. Die Ideen sind vielversprechend, doch es bedarf für den größtmöglichen Erfolg der deutschen Leichtathletik etwa auch einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband. Dieser äußert sich eher oberflächlich zu dem Projekt – ein echtes Interesse daran, die Sportart hierzulande gemeinsam neu zu denken, ist bisher eher weniger auszumachen. Dethloff bedauert das, lässt sich davon aber nicht unterkriegen: Man habe sich auf einen langen Atem eingestellt und die eigenen Ressourcen entsprechend ausgerichtet. Er lebt zumindest: der Traum von einer Revolution der deutschen Leichtathletik.

Alexander Dierke










