Köln, 10. Juni
Liebe Leserinnen und Leser,
Mohamed Abdilaahi, Frederik Ruppert, Owen Ansah. Nummer eins (3.000 Meter), Nummer zwei (3.000 Meter Hindernis), Nummer 18 (100 Meter) der Welt. In Europa führen alle drei deutschen Athleten sogar die Bestenliste des Jahres 2026 an. Drei DLV-Männer aus dem Laufbereich mischen unter den Besten mit – ein starkes Signal. Speziell, wenn man betrachtet, dass es in der Vorsaison bei der WM in Tokio von 40 Einzelstarterinnen und -startern lediglich vier Namen aus dem Lauf- und Sprintbereich in ein Finale schafften. Einer davon gewann eine Medaille: Marathonläufer Amanal Petros. Sein beinahe mit Gold belohnter Auftritt war einer Sensation gleichzusetzen, auf europäischer Ebene hingegen ist er in diesem Jahr ein echter Favorit. Und er erweitert das eingangs genannte Trio, das in den ersten Wochen dieses Sommers so sehr geglänzt hat. Wie auch Florian Bremm. In Turku bestreitet der 25-Jährige die 5.000 Meter zuletzt in 12:56,80 Minuten – und führt damit ebenfalls die Weltjahresbestenliste an. Ruppert und Abdilaahi folgen in selbiger Disziplin aktuell auf den Rängen vier und fünf. Das sind schon mal eine Handvoll Namen an Mittel- und Langstrecklern, die derzeit für Furore sorgen. Zudem ist mit Ansah ein Sprinter dabei. Mit Blick auf die EM sind Hoffnungen zu schüren: Gina Lückenkemper kann (zumindest) auf europäischer Ebene um die vorderen Plätze mitlaufen, mit der Staffel sowieso. Wie auch das Männer-Quartett über 100 Meter. Zusätzlich sind etwa Robert Farken oder die Hürdensprinter Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz zu nennen. Auch etwa eine Smilla Kolbe über 800 Meter kann einem Freude bereiten. Auf Kontinentalebene sind also durchaus Chancen vorhanden, dass mehrfaches Edelmetall abgeräumt wird. Das derzeit mehrere positive Überraschungen zu nennen sind, ist ohnehin eine gute Nachricht. Nicht zuletzt ob der miserablen Bilanzen der Vorjahre. Und klar: Es ist nicht von jetzt auf gleich alles besser, auch wenn etwa Frederik Ruppert die europäische Laufelite gegenüber Nationen wie Kenia oder Äthiopien nicht mehr zwingend im Nachteil sieht. Dass es derzeit insbesondere wieder schnelle DLV-Männer gibt, kann dem einstigen „Läufer-Verband“ jedenfalls nur gefallen. Mit Blick auf die Zukunft muss das wieder zum Standard in der Breite werden!

Alexander Dierke











