Köln, 12. Mai
Liebe Leserinnen und Leser,
37,67 Sekunden! Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer hat bei den World Relays in Gaborone Geschichte geschrieben. Denn nie zuvor war ein nationales Quartett über diese Distanz schneller unterwegs. Nach der Glanzleistung im Vorlauf hat die Staffel um Kevin Kranz, Marvin Schulte, Owen Ansah und Lucas Ansah-Peprah im Finale ein weiteres Top-Resultat in die Bahn gebrannt und sich über ein Ticket für die Weltmeisterschaften 2027 hinausgehend noch mit der Bronzemedaille belohnt. Doch die WM ist das Stichwort: Man blickt langfristig voraus und hat nun Planungssicherheit, wie auch drei weitere Quartette des Deutschen Leichtathletik-Verbands. Vor allem aber scheint das Männer-Team gereift, das sind nicht zuletzt für die diesjährigen Europameisterschaften gute Aussichten. Ordnet man die Zeit mit Blick auf die kontinentalen Resultate der vergangenen Jahre ein, besitzt die 4×100-Meter-Delegation sogar Goldambitionen. Seit einiger Zeit arbeiten die vier Protagonisten, die in Botswana geglänzt haben, zusammen. Sie haben gemeinsame Enttäuschungen erlebt, aber auch als Team gefeiert. Wenngleich etwa bei der EM 2024 mehr drin gewesen wäre als eine Bronzemedaille. Vielleicht ist schon in diesem Jahr der Moment gekommen, in dem endgültig neben der hochdekorierten 4×100-Meter-Frauen-Staffel, diese hat das WM-Ticket standesgemäß auch gelöst, eine weitere DLV-Mannschaft strahlen kann. Und damit wären wir dann jetzt endgültig bei der Freiluftsaison 2026, die in den vergangenen Wochen bereits mit hochkarätigen Marathons angelaufen ist. Nicht zuletzt in London. Der Sommer hält einiges bereit: Am 16. Mai startet die Diamond League, in Europa steht angesprochene EM auf dem Programm und im Spätsommer gehen für die Besten der Besten erstmals die Ultimate Championships über die Bühne. Eine Frage, die sich mit Blick auf die kommenden Monate auch stellt: Können die Überflieger des Winters, also jene Jordan Anthonys, Keely Hodgkinsons, Hana Molls, Sofie Dokters, Marlene Meiers, Yemisi Ogunleyes und Co. auch unter freiem Himmel glänzen? Und noch eine Athletin steht im Fokus: Fast zwei Jahre nach ihrem schmerzvollen, bei den Olympischen Spielen 2024 erlittenen Achillessehnenriss hat Siebenkämpferin Sophie Weißenberg ihr Comeback gefeiert. Beim Dreikampf im niederländischen Lisse startete sie im Weitsprung, Sieg mit 6,35 Metern, und Kugelstoßen. Das Ende eines langen Wegs zurück. Zeit für die Zukunft!

Alexander Dierke


