Tag : Leichtathletik

Definiert Leistung nicht zuletzt durch immer neue Rekorde: Alleine in 2022 verbesserte der Schwede Armand Duplantis zweimal den Weltrekord im Stabhochsprung auf nun 6,21m. (Foto: Getty Images)

Die Leistung zählt

Köln, 20. September

Liebe Leserinnen und Leser,
Weltrekorde sind Weltrekorde sind Weltrekorde. Könnte man meinen. Die Leichtathletik streckt bei ihren Spitzenevents stets die Fühler aus nach den absoluten, den eingravierten Höchstleistungen, die aus einem Athleten oder einer Athletin eine Art Statue machen. Wir wissen natürlich, im Sport, ob im Leistungssport oder im Breitensport, geht es – sollte es zumindest, Stichwort Mentalhygiene – um die eigenen Maßstäbe, die Athleten, die Sportler, die wir an unsere Leistung stellen. Mit unseren eigenen Grenzen, unseren eigenen Fähigkeiten und der Formverfassung im Kopf und im Körper.

Aber im Sport gibt es eben auch das Legendenhafte. Das Einzigartige, das sich, in purer Bemessung und auf den Punkt, eben auf die Strecke, Weite oder Höhe gebracht, in einem Moment möglicherweise für die Ewigkeit einbrennt. Weltrekordler sind oft Legenden der (auch jungen) Vergangenheit, wie die Speerwerferin Barbora Spotakova, die seit 14 Jahren nun Weltrekordlerin ist, aber erst kürzlich ihre Karriere beendete, und manchmal auch sehr lange in Stein gemeißelte Athleten, deren Weltrekorde bereits seit Jahrzehnten bestehen. Siehe Jürgen Schult, seit 36 Jahren nun bereits Diskuswurf-Weltrekordler. Einige aber jagen in ihren jungen Jahren bereits ihre eigenen Rekorde – Armand Duplantis erscheint wie für seine Disziplin geboren.

Dennoch, Rekorde sind nicht alles. Die Messung der persönlichen Leistung, die Lust am Wettkampf und die Treue zur Disziplin, auch wenn das persönliche Leistungsvermögen mit dem Alter nachlassen sollte, das alles ist Leichtathletik!

Jonas Giesenhagen

Jubel Pamela DUTKIEWICZ Deutschland 3 Platz Ehrenrunde mit Fahne Finale 100m Huerden der Frauen

Danke, Pamela!

Köln, 28. September,

Liebe Leserinnen und Leser,

an Menschen scheiden sich die Geister. Das beste Beispiel dafür haben wir am vergan-genen Sonntag gesehen. Viele sprachen sich für Olaf Scholz aus, wiederum andere wollten Armin Laschet (nicht). Gut, dass es mit unseren Sportpersönlichkeiten anders ist.

Vor Kurzem hat Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz-Emmerich ihr Karriereende bekanntgegeben und wurde daraufhin mit freundlichen Bekundungen geradezu überschüttet. Und das zu recht. Hinter der Sportlerin steckt nämlich ein ganz toller Mensch, der stets über den Tellerrand hinausgeschaut und seine Werte auch außerhalb der Leichtathletik vertreten hat. Als frühere Kolumnistin unseres Magazins hat Dutkiewicz-Emmerich schon immer bewiesen, dass ihr keineswegs der Weitblick fehlt – eine sehr ehrliche Sportlerin, die auch hart mit sich selbst ins Gericht gegangen ist und sich dabei für Kritik nicht zu schade war.

Schade ist dagegen das „frühe“ Karriereende mit nur 29 Jahren. Aber auch verständlich. Leider war der Weg in den letzten Monaten mit Verletzungen gepflastert, ein Anknüpfen an die ganz starken Zeiten wie 2017 schien nicht mehr ohne Weiteres möglich. Natürlich wollten wir zum Abschied der Karriere unbedingt noch mit Frau Dutkiewicz-Emmerich sprechen. Lesen Sie auf den Seiten 4 und 5, was Pamela meiner Kollegin Kerstin Börß, die sie bereits seit Jahren kennt, zu sagen hatte. Dieses Mal verabschiede ich mich nicht nur von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, son- dern auch von dir, Pamela. Danke für tolle Momente und auf viel #Pämbäm in der Zukunft abseits der Bahn!

Jonas Giesenhagen